Juni 19, 2008

19. Juni: Präsentationen der Gruppenarbeiten

Letzte Tutoriumseinheit:

Aufmerksame Zuhörer lauschen den Ausführungen der Vortragenden… :o )

 

 

 

 

 

 

Voilà. Und zumindest für mich, als eine der Betreuerinnen dieses Blogs, ist das der letzte offizielle Eintrag in diesem Semester. (Zum Plaudern, Kommentieren etc. treib ich mich aber sicher noch einige Zeit lang hier online herum.)

Toi Toi Toi für die Steps und schönen Sommer! n. 

Juni 19, 2008

P.S.

Eines hatte ich noch vergessen, in die Powerpoint-Präsentation zu stecken…

 

 

 

 

 

 

 

Juni 19, 2008

Präsentation: Modefotografie

Hier sind also die Werke aller angehenden ModefotografInnen und Models aus der heutigen Tutoriumseinheit (als ppt angehängt)

Viel Spaß!

—>  modefotos

p.s. äh, ich merk grad, es ist ein ziemlich fettes file. braucht ein bißchen geduld beim aufmachen…

Juni 17, 2008

Psychotest (Ergänzung zur Präsentation der Gruppe „Magnum Fotos“)

Wie hoch ist dein Wiedererkennungswert und wie gut dein Gedächtnis?

Erfahre mehr über dein Inneres Ich bei diesem wissenschaftlichen und sehr wertvollen Selbsttest!

Wie allgemein bekannt ist, müssen Studenten und Studentinnen kilometerweise, teilweise sinnvolle, aber auch sehr oft sinnlose Seiten büffeln, mit denen man gewiss den Erdball tapezieren könnte.
Folglich ist das Gedächtnis etwas Unentbehrliches für jeden Studenten, ohne das er sein Studium nicht schaffen könnte (außer er ist Meister der Schummelei). Aber auch sonst kommt man im Alltag nur sehr schlecht ohne seine Erinnerungsfähigkeit aus: Wie ging noch einmal der Schokikuchen? Was wollte ich noch mal schnell im Supermarkt kaufen? Wann ist das Endspiel von der Euro08? All diese Fragen würden in unserem Köpfchen umher schwirren, ohne recht eine Antwort zu finden. Man müsste jedes Mal zu Post-its greifen, um auch nur irgendwie ein „äußerliches Gedächtnis“ aufzubauen. Jedoch würde man früher oder später in einem gelben bzw. bunten Meer versinken und sollte ein Windstoß das Zimmer oder die Wohnung durchfegen, ist das äußerliche Gedächtnischaos perfekt!

Studien ergaben, dass das bildliche Gedächtnis noch ein Stück besser arbeitet und „mitdenkt“. Auf grunddessen haben sich drei Wissenschaftlerinnen der Universität Wien an das waghalsige Projekt herangewagt, um dies auf geheimer Mission zu überprüfen. Die Ergebnisse dieser Studien konnten verifiziert werden und alle waren glücklich und zufrieden. Nur eine nicht… Anja M. nahm sich auf tragische Weis das Leben… Doch darüber lies mehr in der nächsten Bild Austria!

 

Anleitung:

Betrachte jedes Bild. Fällt dir ein welche Schritt der Geschichte von „Magnum Photos“ dargestellt werden?

 

Auswertung:

22 – 21 richtig: WOW! Du bist ja ein richtiger Meister! Du kannst damit angeben und dir somit einen superfeschen Partner angeln!

20 – 17 richtig: Nicht schlecht! Doch leider nicht so gut, wie Nr. 1. Sorry, du wirst wohl keinen Spitzenpartner finden!

16 – 12 richtig: Klassischer Mittelfeldspieler…

11 – 6 richtig: Ob da nicht schon die Hoffnung verloren ist…

5 – 0 richtig: Du hast anscheinend bei der Hirnverteilung vergessen „Hier!“ zu schrein…

————-

Und hier geht’s zu den Zeichnungen:

–> magnum (Powerpoint Präsentation, bitte um ein bißchen geduld beim Laden…)

(Ich habe immer die beiden zusammengehörigen Bilder hintereinander gestellt – aber insgesamt stimmt die Reihenfolge nicht, damit’s nicht zu leicht wird… *g*)

Juni 15, 2008

Schund am Sonntag: Exklusivbericht!

Gefährlicher Killervirus überfällt Wien. Lesen Sie exklusiv in „Schund am Sonntag“, warum für den Studenten Thomas K. die Uni-Toiletten zum Verhängnis wurden.  SCHUND AM SONNTAG – Wir schreiben, was Sie lesen!

Artikel:  schund-am-sonntag

Ausführlicher Bericht unseres unerschrockenen Reporterteams vor Ort:  killervirus-reportage

Juni 9, 2008

Einfluss von Weblogs auf Journalismus

Da im letzten Tutorium die von mir geplante Diskussion zum Thema „Einfluss von Weblogs auf Journalismus, auf traditionelle Medien“ aus Zeitgründen leider gestrichen werden musste, mir dieser Punkt aber wichtig ist, stelle ich euch hiermit meine diesbezüglichen Notizen zu Verfügung.
Ihr seid natürliche alle eingeladen, eure Gedanken dazu zu äußern!

Verwendete Literatur
Alphonso, Don (Hrsg.): Blogs! – Text und Form im Internet. Berlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf. 2004

Der Einfluss von Weblogs auf den Journalismus

Einleitung (vgl. Alphonso, 2004: S. 24 bis 26)
Das Internet hebt die traditionelle Trennung zwischen Sendern und Empfängern von Informationen auf und gibt somit auch an sich passiven Nutzern die Möglichkeit, aktive Teilnehmer zu werden. Und mittlerweile sind über 70% des jungen, kaufkräftigen Menschen im deutschen Sprachraum gewohnheitsmäßig online. Internetnutzer lassen sich aber nicht, wie in anderen Medien, über längere Zeit vereinnahmen, sondern sie flüchtige Wesen, die von einer Seite zur nächsten springen.
Dessen keine Beachtung schenkend, leben Journalisten dennoch weiterhin mit dem Bewusstsein, sie hätten eine „Gatekeeper-Funktion“ (Alphonso, 2004: S. 26) und seien diejenigen, die entscheiden, welche Informationen relevant sind und welchen Ausschnitt der „vom eigenen Vorurteil geprägten Halbwahrheit“ (Alphonso, 2004: S. 26) sie dem Leser präsentieren. Was derzeit im Bereich der Weblogs entsteht, wird von ihnen kaum wahrgenommen.

12 Gründe, warum sie das wahrscheinlich doch tun sollten:

1    Sie sind überall (vgl. Alphonso, 2004: S. 27)
Während eine Zeitung bei jedem Thema abwägen muss, ob es sich lohnt, einen Journalisten damit zu beauftragen, stellt sich diese Frage für Blogger nicht. Blogger schreiben zunächst nur für sich selbst und auch, wenn es sich dabei um Themen handelt, von denen sich professionelle Medien längst zurückgezogen haben. Damit werden einzelne Blogs zwar nie Massen an Lesern erreichen, aber sie sind überall präsent. Es gibt überall und zu jedem Thema Blogs. Und die Folgen sind dramatisch für die Medien. Denn auch, wenn ein Blog vielleicht nur wenige Besucher hat, so binden alle gemeinsam doch eine große Menge an Menschen, die in Folge täglich ihre Blogs anstatt andere Mediengiganten besuchen und diesen somit verloren gehen.

2    Sie sind normal (vgl. Alphonso, 2004: S. 28 )
Während Medien an Ereignisse gebunden sind – wenn nichts Außergewöhnliches passiert, gibt es keine Schlagzeilen – schreiben Blogger über die so genannte Normalität. Sie sprechen über das, was sie tagtäglich erleben, über „nicht wirklich Ungewöhnliches“ (Alphonso, 2004: S. 28 ), aber beschreiben das in einer Weise, die ein paar tausend Leser offensichtlich interessanter finden als die „angeblich weltbewegenden Neuigkeiten“ (Alphonso, 2004: S. 28 ). Dieser „Reiz des Normalen“ hat es vollbracht, dass „der Markt, den sich die Medien nicht mehr leisten können“ (Alphonso, 2004: S. 28 ), inzwischen den Bloggern gehört.

3    Sie werden nicht von der PR behelligt (vgl. Alphonso, 2004: S. 29 und 30)
Im Gegensatz zu Journalisten sind Blogger nicht von einer „PR-Maschinerie“ abhängig, die sie mit „wohlformulierten Themen“ und Nachrichten „mitsamt perfektem Bildmaterial“ (Alphonso, 2004: S. 29 und 30) eindeckt. Sie warten nicht auf Inputs, sondern erleben ihre Situationen selbst und schreiben darüber. Während Journalisten also vorgeben, einen Blick auf die Welt zu geben, der allerdings nur das eingeschränkte Material widerspiegelt, das ihnen zu Verfügung gestellt wird, berichten Blogger über die Welt, wie sie tatsächlich von ihnen erlebt wird.

4     Sie sind nicht an Werbekunden gebunden (vgl. Alphonso, 2004: S. 30 und 31)
Die großen Medienhäuser finanzieren sich, im Gegensatz zu Blogs, vor allem durch Werbung, wodurch ihre Konsumenten oft lediglich als Reichweite bzw. Zielgruppe und nicht als individuelle Leser, Zuschauer oder Hörer von Interesse sind. Auf der anderen Seite sind Blogger als Einzelpersonen für die Werbebranche meist uninteressant, da sie immer noch als unbedeutend und unprofessionell gelten und keine verlässlichen Mediendaten liefern, womit Kampagnenplanung betrieben werden könnte. Somit nehmen Blogger die Position von „unbezahlten Autoren“ ein, „die keinen finanziellen Grund haben, mehr oder weniger deutlich Promotion einfließen zu lassen.“ (Alphonso, 2004: S. 30) Doch gerade damit gelingt es ihnen unter anderem, Leser abzuwerben; Nämlich dann, wenn sich diese dort Informationen holen, wo sie nicht durch aufdringliche Werbung genervt werden, in den Blogs.

5     Sie können im Internet besser recherchieren (vgl. Alphonso, 2004: S. 31 und 32)
Zum einen stellen Nachrichtenportale eine unverzichtbare Quelle für viele Blogger dar. Zum anderen bedeutet das aber nicht, dass die Nachrichten ohne wenn und aber, mit einem Monopol auf Wahrheit, übernommen werden. In Blogs kommt immer wieder zum Ausdruck, dass Journalisten „Generalisten sind, die sich in die Themen erst mal einarbeiten müssen“ (Alphonso, 2004: S. 32) und Blogger hingegen auf ihrem jeweiligen Gebiet Spezialisten sind. Blogger schreiben nur das, was sie wirklich interessiert und übernehmen Nachrichten nicht einfach nur, sondern vergleichen und überprüfen sie mit anderen Quellen zum gleichen Thema. „Für den Journalisten ist das eine digitale Zwickmühle: Sein Artikel wird einerseits vom Blogger für den eigenen Beitrag kannibalisiert und andererseits als nicht lesenwert beschrieben.“ (Alphonso, 2004: S. 32)

6     Sie sind eine kostenlose Basis für Recherche (vgl. Alphonso, 2004: S. 33)
Umgekehrt bieten Bloggs vorselektierte Informationen und Links und somit Ansatzpunkte zu jedem Thema – in leicht verständlicher Sprache, weil nicht von Wissenschaftlern -, die von Journalisten gerade in Zeiten des Kostendrucks dringend gesucht sind. Journalisten ersparen sich dadurch oftmals das aufwändige unabhängige „Sammeln und Bewerten von Quellen und die Bearbeitung eines komplexen Sachverhalts für ein breites Publikum“ (Alphonso, 2004: S. 33) und „kapitalisieren“ (Alphonso, 2004: S. 33) damit die kostenlose Arbeit der Blogger, ohne sie als Informanten nennen zu müssen. Blogs gewinnen somit immer mehr an Reichweite. Denn sie bestimmen unter anderem, welche Quellen von Journalisten wahrgenommen werden und welche nicht.

7     Sie vernetzen sich (vgl. Alphonso, 2004: S. 34 und 35)
Das Ranking in Google bildet sich, glaubt man diesem Buch, nicht nach der Finanzkraft des Wirtschaftsunternehmens, sondern nach der Häufigkeit der Veränderung einer Seite und der Anzahl der Links, die von anderen Seiten auf die jeweilige Seite verweisen. Für professionelle Medien stellt es ein Problem dar, wenn ein Link von ihrer Seite wegführt und somit von sich selbst ablenkt. Blogs wissen jedoch dieses System zu nutzen. Denn „Zitieren und Linken von Texten, die man woanders gelesen hat“, ist eine der „ursprünglichsten Tätigkeiten des Bloggens“ (Alphonso, 2004: S. 34). Man holt sich die Informationen, die man selbst nicht hat und setzt einen Link. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Blogs, verweist man jedoch immer häufiger aufeinander und verliert damit keine Leser, sondern verdichtet das Netz an Blogs immer mehr.

8     Sie sind schneller (vgl. Alphonso, 2004: S. 35 und 36)
Bis in traditionellen Medien etwas veröffentlicht wird, dauert es verhältnismäßig lange. Zunächst muss aufgrund der erforderten Tagesaktualität immer längerfristig geplant werden, „um innerhalb der großen, täglich erscheinenden Medien eine ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten“ (Alphonso, 2004: S. 35). Dann ist der Ausgangspunkt der Arbeit des Journalisten die Redaktionskonferenz, die bestimmt, welche Themen von wem behandelt werden. In Folge wird ein Beitrag geschrieben, vom Redakteur geprüft und schließlich veröffentlicht, oder eben auch nicht. Bloggen geht hingegen wesentlich schneller: Der Blogger stößt auf etwas Interessantes, logt sich ein, schreibt seinen Beitrag und schaltet ihn frei.

9     Sie sind das dauerhafte Gedächtnis des Netzes (vgl. Alphonso, 2004: S. 37)
Wenn traditionelle Medien ihre Online-Beiträge nach einiger Zeit aus dem Netz nehmen, bleiben die Blogeinträge dennoch erhalten und sind somit oft die einzige Informationsquelle, die im Internet bleibt. In diesen Fällen sind die Internetbesucher geradezu gezwungen, sich mit Blogs und deren Inhalten anstatt mit traditionellen Medien und deren Beiträgen auseinanderzusetzen, um gewünschte Informationen zu erhalten.

10     Im Netz sind alle gleich (vgl. Alphonso, 2004: S. 38 )
Ein weiterer Nachteil traditioneller Medien im Internet ist der, dass im Netz alle mit den gleichen Mitteln auskommen müssen. Im Gegensatz zur Welt außerhalb des Computers, wo es gilt „je aufwendiger, desto teurer“ (Alphonso, 2004: S. 38 ) – teureres Papier, aufwändigere Farbdrucke, Designs, Layouts und Effekte sind mehr wert – erscheinen im Internet alle Medien beim Benutzer auf dem selben Bildschirm. Niemand hat mehr Farben oder einen größeren und besseren Browser zu Verfügung als kostenlose Blogs. Effekthascherei ist somit ausgeschaltet.

11     Sie haben die bessere Internet-Schreibe (vgl. Alphonso, 2004: S. 39 und 40)
Nachdem Webseiten und Online-Redaktionen traditioneller Medien „nicht kostendeckend zu betreiben sind, wird dort an allen Ecken und Enden gespart“ (Alphonso, 2004: S. 39). Blogs hingegen brauchen keine Finanzierung, da die meisten Blogger für sich selbst schreiben. Sie entsprechen allerdings kaum den Anforderungen, die an einen klassischen journalistischen Beitrag gestellt werden. Doch gerade ihren „Mangel an Methode und Konsequenz in der Umsetzung der Themen“ (Alphonso, 2004: S. 40) machen sie zu ihrem Vorteil. Online muss man nicht jeden Gedanken zu einem ganzen Artikel ausweiten – oft reicht ein einfaches Emoticon, um auszudrücken, was gemeint ist. Und möchte man mehr schreiben, ist der Platz unbegrenzt. „Gerade der ständige Wechsel von unterschiedlichsten Texten und Textfragmenten macht das Lesen eines Blogs abwechslungsreich“ (Alphonso, 2004: S. 40).

12     Sie haben eine private Meinung (vgl. Alphonso, 2004: S. 40 und 41)
Die traditionellen Medien verfassen immer mehr der „immer gleichen Texte zum gleichen Thema, alle hergestellt von den immer gleichen Agenturen“ (Alphonso, 2004: S. 40), um im Mainstream mitzuschwimmen und nirgendwo anzuecken. Dabei herrschen Verarmung an journalistischen Darstellungsformen und Standardlängen der Beiträge. Bei Blogs hingegen geht es nicht darum, einer Meinung oder einem Format zu entsprechen. „Es geht fast immer um die radikal subjektive Erfahrung und Weltsicht“ (Alphonso, 2004: S. 40), egal wie viele Absätze man zur Darstellung derselben benötigt. „Blogger berichten einseitig, parteiisch, sie kommentieren, machen sich lustig“ (Alphonso, 2004: S. 40), sie sind „nicht angepasst, sondern frei“ (Alphonso, 2004: S. 41) und ihre Leser wissen nie, was sie erwartet, was die ganze Sache ja so spannend macht.

Fazit (vgl. Alphonso, 2004: S. 41 bis 43)
„Blogs setzen den klassischen Medien eine veränderte Auffassung von Öffentlichkeit und Publizität entgegen. Ob das aus Sicht der Medien ‚guter’ oder ‚schlechter’ Journalismus im Sinne der üblichen Qualitätskriterien ist, spielt keine Rolle“ (Alphonso, 2004: S. 41). Mit ihrer anderen Form von Journalismus erreichen sie mitunter ein anderes Publikum. De Facto gibt es sowohl ausreichend Angebot als auch Nachfragen nach den Inhalten von Blogs.
Wandern zu viele Leser traditioneller Medien zu Blogs ab, werden rote Zahlen geschrieben. Dennoch sind Blogs „als Einzelmedien so klein und verstreut, dass die Kosten aller Abwerbungsversuche in keinem Verhältnis zum möglichen Gewinn stehen würden“ (Alphonso, 2004: S. 42). Beabsichtigt war dieser Kampf um Leser seitens der Blogger jedoch nie. Denn nur äußerst wenigen Bloggern geht es um die Bildung einer „Gegenöffentlichkeit“ (Alphonso, 2004: S. 42). Generell geht es Bloggern um keine politische oder weltanschauliche Ausrichtung, sondern in erster Linie um den „Spaß am Publizieren“ (Alphonso, 2004: S. 42).
Trotzdem sind es Blogs, die, wenn auch nicht beabsichtigt, die Monopole der Verlage angreifen, indem diese nun nicht mehr die Einzigen sind, die entscheiden, was geschrieben und gelesen wird und werden soll.
Für traditionelle Medien gibt es nur zwei mögliche Wege, diesem Dilemma zu entkommen: Entweder, „man instrumentalisiert die Blogger für sich, indem man Software und Webspace zur Verfügung stellt“, was bisher allerdings eher erfolglos war oder „man setzt die eigenen Standards im Internet so hoch an, dass die Blogger damit nicht konkurrieren können“ (Alphonso, 2004: S. 43).

Juni 5, 2008

Monologe, Teil 5

Henri Cartier-Bresson

Gandhi

Totenfeier Gandhis, Delhi, Indien 1948

© Henri Cartier-Bresson / Magnum Photos

Innerer Monolog des Fotografen:
Politische Aspekte und Stacheldraht rücken in den Hintergrund. Im Vordergrund ein Kleinkind, ein Junge, der es mit Unbeschwertheit und Unbekümmertheit, mit kindlicher Leichtigkeit vermag, die allgemeine Atmosphäre widerzuspiegeln und zu verbildlichen. Asche zu Asche, Staub zu Staub. Das Vergangene noch ein Mal aufleben zu lassen. Es ist noch nicht vorbei, es liegt noch in der Luft. Endlich losgelassen und frei, beflügelt durch das vorurteilsfreie Kind und die bedingungslose Kraft der reinen Luft, bevor es endgültig zu Boden sinkt und Gefahr läuft, dem zu gleichen, was dort noch so alles am Boden liegt. Beobachtet von beeinflussten, abgegrenzten Gesichtern der Umgebung. Doch dieser Moment des Jetzt gehört nur der Situation alleine, unbeeindruckt vom Rest – ohne Wenn und Aber.

Juni 5, 2008

Besuch beim Pressefotografen des Standard, Matthias Cremer

Besuch beim einzigen angestellten Pressefotografen des Standard,
Matthias Cremer – am 17.4.2008

Werdegang:
Ein Fotobuch namens „Kinder aus aller Welt“ aus den 50er Jahren, das er von seinen Großeltern bekommen hatte, bedeutete für Matthias Cremer den Einstieg in die Fotografie. Diese Buch enthielt hauptsächlich Bilder von Magnum-Fotografen enthielt – unter anderem Fotos von Cartier-Bresson, der dadurch zu seinem großen Vorbild wurde. Bei den in diesem Buch abgedruckten Bildern handelte sich um Zeitfotos aus alles Ecken der Welt, die Cremer als schöne Fotografien bezeichnet – beispielsweise findet man darin keine hungernden Kinder.
Matthias Cremer hat keine Ausbildung zum Fotografen oder Pressefotografen. Ebenso gibt für Pressefotografen auch keine Ausbildung, die ihm bekannt wäre, sondern nur für Fotografie allgemein. (Cremer, als einziger beim Standard angestellter Fotograf, braucht keinen Gewerbeschein, um für den Standard arbeiten zu dürfen, während freiberufliche Fotografen sehr wohl einen solchen brauchen, um Aufträge von Zeitungen bekommen zu können.) Zu seiner Anstellung ist er gekommen, indem er 1982 begann, mit Fotografie sein Geld zu verdienen. Er hat bei Erich Lessing ein Seminar besucht, hat zur gleichen Zeit begonnen, Fotos für den Falter zu schießen und hat kleine Fotoausstellungen gemacht. Als kurz darauf beim Standard jemand gesucht wurde, der von der künstlerischen Seite kam und fix für diese Zeitung arbeitet, wurde er, kurz gesagt, 1988 angestellter Pressefotograf beim Standard.
Außer Cremer arbeiten noch 6 freiberufliche Pressefotografen für den Standard.

Vertragliche Situation als beim Standard angestellter Pressefotograf im Vergleich zu einem freien Pressefotografen:
Wenn Cremer in der früh zur Arbeit kommt, sieht er, ob und wann er einen Termin hat und arbeitet die etwas längerfristigen Sachen auf, wie beispielsweise Archivsachen bearbeiten, beschriften usw.
Die freien Fotografen werden hingegen vom Standard benachrichtigt, wenn es Aufträge für sie gibt – beispielsweise Pressekonferenzen, Interviews, einen Mord oder Ähnliches. Je nach Ereignis werden sie am Abend zuvor oder sehr kurzfristig, höchstens aber einen Tag vorher angerufen und beauftragt und pro Auftrag bezahlt.
Die freien Pressefotografen haben teilweise auch andere Jobs, wodurch es vorkommen kann, dass sie aufgrund bereits bestehender anderer Termine manchmal keine Zeit für den Standard haben. Diese Problematik ist, so Cremer, folgendermaßen entstanden: Bis 2001 hat jeder der freien Fotografen des Standard ausreichend Aufträge bekommen, wodurch sie auch immer abrufbar waren. Doch 2001 kam der Einbruch. Es gab eine Aufforderung an die Redaktionen der einzelnen Ressorts, 15% der Kosten einzusparen. Zudem hat die Fotoredaktion kein eigenes Budget, sondern ist immer nur ein Teil dessen, was die einzelnen Redaktionen haben wollen. Daher wurde dort gespart, wo man dachte, man könnte ohnehin auch von Agenturen Fotos zur Verfügung gestellt bekommen, wodurch die freien Fotografen weniger Aufträge vom Standard bekamen und sich auch woanders nach Aufträgen umsahen.
Zudem kann es vorkommen, dass mehrere Ereignisse zur gleichen Zeit stattfinden und demnach manchmal 5 bis 6 Fotografen gleichzeitig gebraucht werden. Dadurch wird ein Stock von 6 Fotografen benötigt, zwischen denen die Aufträge aufgeteilt werden, wenn es nicht zeitgleiche Aufträge für alle gibt.

Ist es für eine Zeitung rentabel, fest angestellte Fotografen zu haben?:

Die Frage ist: Was ist rentabel!? Eine Zeitung muss auf jeden Fall, so Cremer, in irgendeiner Art und Weise unverwechselbar sein, und dafür, ist er überzeugt, ist Fotografie ein sehr wichtiger Punkt. Als der Standard herausgekommen ist, hat er sich deutlich von anderen Tageszeitungen unterschieden – unter anderem, weil man damals Leute eingestellt hat, die nie zuvor bei einer anderen Tageszeitung gearbeitet haben. Dadurch konnte der Standard mit einem ziemlich speziellen Blickwinkel aufwarten. Das, so meint Cremer, hilft, eine Zeitung wirklich zu verkaufen. Denn, so sagt er, wenn man die Lesergewohnheiten analysiert, sieht man, wie viel Aufmerksamkeit Bildern zukommt und wie stark ein Bild zum weiteren Lesen anregt oder nicht anregt, wie schnell man eine Seite überblättert, wenn ein langweiliges Foto darauf zu sehen ist, oder wie sehr man mehr in einen Artikel hineinkommt, wenn man das Foto länger als zwei Sekunden anschaut und dadurch etwas in Bewegung gerät.
Das bedeutet, es wirkt auf den ersten Blick rentabel, nur Fotos zu nehmen, die aus einer Agentur kommen. Aber man wird auch verwechselbarer, wenn man ähnliche oder sogar die gleichen Fotos veröffentlicht, wie alle anderen. Daher ist es umso wichtiger, einen anderen Blickwinkel hineinzubringen.

Layout:
Am Vorabend oder auch schon in den Tagen davor wird festgelegt, wie die Platzstruktur einer Ausgabe aussehen wird, wie viele Seiten es gibt – abhängig davon, wie viele Anzeigen und Beilagen zu der von ihm so bezeichneten Grundzeitung dazu kommen. Am morgen wird besprochen, welches Thema in welchem Ressort untergebracht werden soll, beeinflusst dadurch, welche Themen von den Agenturen zur Verfügung gestellt werden (Der Standard zahlt im Monat eine Pauschale an die Agenturen – etwa 20 Cent pro Foto bei 3000 bis 4000 Bildern täglich, und bekommt dafür alle Fotos zur Verfügung gestellt. Auslandsfotos kommen, außer bei größer angelegten Reportagen, zumeist von Agenturen.) und welche Themen die Produzenten interessieren. Dementsprechend wird auch schon am Vorabend überlegt, wo welche Fotos dazukommen sollen, wobei es immer wieder vorkommt, dass auch am selben Tag noch kurzfristig jemand einen Auftrag bekommt.
Nach der Einteilung der Platzstruktur beginnt die Produktion des Layouts. Hier wird von den Layoutern zunächst das Grundgerüst gestaltet, das danach aufgefüllt wird. Dabei arbeiten die Layouter entweder mit dem Material, das bereits vorhanden ist, oder sie fordern an, wo sie noch gerne dieses oder jenes Foto dazu hätten. Das heißt, entweder baut man die Geschichte rund um ein Foto, oder umgekehrt.
Für die verschiedenen Seiten gibt es verschiedene Abgabetermine, da nicht alles zur gleichen Zeit gedruckt werden kann. Hierbei werden natürlich die weniger aktuellen Bereiche vorgezogen, während bewegtere Seiten zum Schluss gemacht werden. So ist die Seite 1 zumeist eine der letzten Seiten, die gedruckt wird.

Wer bestimmt, welches Foto in die Zeitung kommt?:
Beim Standard ist es so, dass die einzelnen Redaktionen eine Bestimmung der Produktion machen. Das heißt, es wird bestimmt, wer was schreibt und wer welche Fotos macht. (Es wechselt immer wieder, wer das bestimmt.) Derjenige, der produziert, sucht in Folge auch die Fotos aus, wobei oft gefragt wird, welche Vorschläge der jeweilige Fotograf hat, erzählt Cremer. Ebenso können die Fotografen von sich aus dazusagen, welches Bild sie gut finden. Und je nachdem, wer produziert und wie groß die Vermutung ist, dass ein gutes oder eher weniger gutes Foto ausgesucht werden könnte, stellt Herr Cremer beispielsweise auch nicht alle geschossenen Fotos zur Verfügung.
Für Seite 1 bestimmt die Chefredakteurin, was schlussendlich gedruckt wird.

Gibt es Vorschriften, was gezeigt werden darf?:
Generelle Regeln gibt es laut Herrn Cremer nicht. Es kommt immer darauf an, für welches Blatt man arbeitet. Der Standard hat sich beispielsweise als Regel gesetzt, generell auf Seite 1 keine Leichen und entstellten Bilder zu zeigen. Aber auch die Richtlinien einer Zeitung stehen nicht von heute auf morgen fest, sondern entwickeln sich im Laufe der Jahre, wodurch es immer wieder zu Ausnahmen kommen kann.
Cremer spricht in diesem Zusammenhang von einer Gradwanderung. Beim Standard geht es, so Cremer, immer mehr um das Informations- als um das Verkaufsargument. Dennoch wird versucht, eher das „Ungewöhnliche“, andere Perspektiven zu zeigen.
Oft werden Fotos auch aufgehoben und erst zu einem späteren Zeitpunkt gebracht, wobei man sich dabei aus rechtlicher Sicht in einem Graubereich bewegt, wie Cremer zugibt. Denn Agenturfotos dürfen nur wenige Wochen verwendet werden, weil zusätzlich gezahlt werden muss, wenn man ihre Archive aufruft. Cremer meint aber, das ist heute nicht mehr so ein großes Thema, weil zum einen täglich sehr viele Bilder von den Agenturen kommen und zum anderen auch Archivbilder mitgeliefert werden, wenn es zum Tagesgeschehen passt, beispielsweise, wenn eine berühmte Persönlichkeit gestorben ist. Dennoch ist es für eine Zeitung wichtig, auch ein eigenes, gut sortiertes Archiv zu haben, weil nicht immer alle Bilder mitgeliefert werden und man dann trotzdem gezielt fragen kann, ob ein Foto von einer Agentur erneut zur Verfügung gestellt wird, wenn man es in der Hand hat.

Rechte an einem Foto, das ein freier Pressefotograf schießt:
Beim Standard verbleiben die Rechte immer beim jeweiligen Fotografen.
Der freie Fotograf bekommt für einen Auftrag vom Standard bezahlt, in dem ein Foto inkludiert ist. Für jedes weitere Foto, das genommen wird, bekommt er zusätzlich bezahlt. Die Rechte bleiben jedoch immer bei ihm.
Wenn jemand Fotos von einem Fotografen haben möchte – zumeist handelt es sich dabei um Magazine – ruft dieser bei der Redaktion des Standard an und kann unmittelbar mit dem Fotografen vereinbaren, was mit den entsprechenden Bildern geschehen soll.

Andere Pressefotografen:
Herr Cremer sieht andere Pressefotografen sowohl als Kollegen, als auch als Konkurrenz. Beispielsweise stellt jemand, der für die Krone fotografiert, keine Konkurrenz für ihn dar, weil dieser, so sagt er, andere Bilder macht. Außerdem bezeichnet er es als animierend, wenn jeder versucht, ein bisschen etwas anderes zu machen. Im Gegensatz zu früher, versucht man heute grundsätzlich auch, dass jeder seinen Platz bekommt und seine Bilder schießen kann. Dennoch kann es manchmal vorkommen, dass man um seinen Platz kämpfen muss, wenn es hektisch wird.

Einfluss persönlicher, nicht-objektiver Meinungen:
Beim Standard ist es, nach Cremer, prinzipiell so, dass man versucht, beim Schreiben deutlich zwischen Bericht und Kommentar zu trennen. Das gilt auch bis zu einem gewissen Punkt für die Fotos. Allerdings sind diese sehr leicht dechiffrierbar, wodurch es hier nicht so sehr auf die Trennung ankommt, wie beim Schreiben. Um Verzerrungen zu vermeiden, ist es wichtig, sich mit den Schreibern auszutauschen, bevor man Fotos macht. Der gute Fotograf, wie Matthias Cremer, informiert sich daher zuvor, um zu wissen, zu welcher Geschichte seine Bilder passen sollen.

Ausrüstung / Berufskrankheit:
Herr Cremer hat seine Berufskamera – eine digitale Canon Spiegelreflex-Kamera Eos 1D Mark II, wobei er sich bei der Bezeichnung nicht vollkommen sicher war – in der Freizeit nie dabei, denn die gesamte Fototasche wiegt etwa 10 Kilo. Er erzählt, dass es, wenn man sich nicht wirklich körperlich fit hält, dadurch oft zu Bandscheibenvorfällen kommen kann, wie es schon bei einigen seiner Kollegen der Fall war. Eine kleine Kamera hat er jedoch immer bei sich.
Analog fotografiert er, wie er sagt, leider nicht mehr. Einen driftigen Grund dafür stellen die Kosten dar, da man digital wesentlich mehr Fotos schießen und unmittelbar schauen kann, ob sie gelungen sind, oder nicht. Gegebenenfalls kann man sie auch wieder löschen, ohne Material verschwendet zu haben.

Auch Ausstellungen oder „nur“ Pressefotografie?:
Herr Cremer macht keine Ausstellungen in dem Sinne, sondern hat einen eigenen Fotoblog auf www.derstandard.at, im dem er laufend zeigt, was er täglich fotografiert.

Juni 3, 2008

Bild Austria: Suizid am Uni-Campus

Lesen Sie hier erstmalig und exklusiv die ganze Wahrheit über den tragischen Tod der Studentin Anja M.!

Hier geht’s zum Artikel:

bild_austria_anja2

Zur Verfügung gestellt von Chefredakteur Stefan Kuntner und seinem unbestechlichen Redaktionsteam im Dienste der Wahrheitsfindung.

Mai 8, 2008

8. Mai

Gruppenarbeit:
4 Gruppen stellen fiktive Zeitungsredaktionen dar (vorläufig noch mit gleichberechtigten Mitgliedern, kommende Woche dann mit vorgegebener Rollen- bzw. Aufgabenzuteilung).

Aufgabenstellung: Schreibt einen Artikel über ein Ereignis.

1) Was ist passiert? Was ist das Ereignis?

2) Was sind die Fakten?

3) Für welche Art von Zeitung wird berichtet?

(Das kann ein real existierendes Blatt sein oder ein fiktives.)

4) Wie ist der Aufmacher auf Seite 1? Wie wird der Artikel vorangekündigt? Wird ein Foto verwendet und, wenn ja, welches?

5) Artikel auf Seite 3: Schlagzeile, Teaser, Body. Überlegungen zu den Fotoillustrationen: Welche Bilder werden verwendet? Wo sollen sie platziert werden?

Mai 6, 2008

Monologe, Teil 4

Bild:

Erich Lessing / Wiener Kinder im Belvederegarten

 

Spielende Kinder und das Belvedere.

Die Kinder – so jung und klein. Das Belvedere – so mächtig und alt.

Es sind zwei verschiedene Welten – und doch beide hier zusammen – und sonst niemand, niemand außer mir, um solch ein Bild festzuhalten.

Ein friedliches, ruhiges Bild ist es, wie die Kinder hier, ungeachtet des Ortes, im Straßensand spielen. Und dennoch sehen sie aus, als hätten sie genau für dieses Schloss die schönen Kleider aus dem Schrank genommen.

Es ist eine gute Ruhe, die dieses Bild ausstrahlt.

Doch wer weiß, wie lange sie noch anhalten wird; wie lange die Kinder hier noch zum Spielen herkommen werden? Es wird sich ändern – doch ich habe diese Ruhe festgehalten und so bleibt sie zumindest hier auf meinem Bild noch lange bestehen. (Autorin: Anna)

 

Bild: Inge Morath – Mayfair, Curzon Street, London GB 1953

 

Inmitten des hektischen Londons finde ich zwei interessante Menschen. Eine große, feingekleidete Dame und einen deutlich kleineren Straßenmusikanten. Die Klassenunterschiede sind sofort erkennbar. Für mich steht fest, das muss ich fotografieren! Was zuerst wie ein Flirtversuch wirkte, ist eigentlich die Intention des Musikers Geld zu verdienen. Seinen Charme scheint er einsetzen zu wissen. Seine lässige Körperhaltung spricht Bände und die Art Blickkontakt zu halten, imponiert. Immerhin nimmt sich die feine Dame im Pelz auch Zeit für ihn. Seine Größe weiß er gekonnt mit einem hohen Zylinder zu kaschieren, welcher ihm eine gewisse Anmut verleiht. Was ihn jedoch verrät, ist seine Mütze in der rechten Hand, die offensichtlich als Klingelbeutel dient. (Autorin: Julia)

Bild: Ernst Haas / Am Filmset von Land der Pharaonen, Ägypten 1954

 

Ein schlafender Haufen. Nach einem langen Drehtag, voll schwerer Arbeit, in der prallen Sonne Ägyptens.

Teilweise sehr abgemagert und allesamt mit sehr wenig Kleidung ausgestattet.

Sonderlich gemütlich ist es wohl nicht, Kopf an Fuß wie in einer Sardinendose sich zu Erholen. Jeder versucht, so wenig Platz wie möglich einzunehmen um genügend Arbeitern Erholung zu ermöglichen.

 

Die Friedlichkeit dieses Bildes ist irrsinnig aussagekräftig und es ist irgendwie traurig, sich die abgemagerten Körper anzusehen und zu wissen, dass diese Menschen schweren körperlichen Tätigkeiten ausgesetzt sind. Noch dazu bei höchsten Temperaturen und vermutlich viel zu wenig Flüssigkeit.

 

Ich habe dieses Foto gewählt, weil es mich einfach berührt hat und ich mir diese Fotografie von Anfang an am längsten angeschaut habe.

(Autorin: Nina) 

 

April 26, 2008

Monologe, Teil 3

Bild: Jean Marquis / Pfingstsonntag in Galgahéviz, Ungarn 1954

 

„Pfingstsonntag. Ein heiliger Tag für Christen. Ungarn. Ein Land, das an Heilige glaubt. Pfingstmesse. Ein strikter Ablauf bestimmt die Messe/den Tag. Regeln, die angeben, wann gesungen wird, wann man leise sein muss, wann gestanden oder gesessen wird. Alle gehorchen brav, ohne Widerspruch und ohne Nachzudenken. Sie schmücken sich mit ihren Festtrachten, öffnen ihre Gebetsbücher und sagen in einem monotonen, anteilslosen Ton ihre Gebete auf.

Nur sie nicht. Mutig und mit aufrechter Haltung hält sie ihr Gebetsbuch – geschlossen. Auch ihr Mund ist geschlossen. So mutig sie auch sein mag, ein wenig Angst ist trotz allem aus ihrem Gesicht abzulesen. Ein Hauch von Hass gemischt mit sehr viel Traurigkeit erfüllt ihren Blick. Wieso nur?

Hat sie den Glauben an Gott verloren?

Warum verloren?

Verlust eines geliebten Menschen?

Könnte das eine Erklärung sein für den Verlust ihres Glaubens?

Es könnte sein…

Man weiß es nicht… Und ich? Ich habe zu viel Angst und Ehrfurcht, sie zu fragen…

Nur Eines ist mir bewusst, hätten nur damals so viele ängstlichen Mut gezeigt wie sie, dann hätte vielleicht heute ihr Blick nicht diesen versteinerten Ausdruck von Einsamkeit und Verlorenheit.“

(Autorin: Nina)

 

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Bild: Henri Cartier-Bresson / Indien 1948

Kurze Bildbeschreibung:

Das Bild zeigt eine Menschenmenge, die auf Mahatma Gandhis Trauerfeier wartet. Die Leute sind auf engsten Raum zusammengepresst, einige Anhänger klettern auf einen labil aussehenden Baum, einer von ihnen schleudert einen Schuh oder ein ähnliches Objekt in die Menge.

 

 

Innerer Monolog:

Wie viele Menschen das wohl sind? Die Massen reichen doch bis an den Horizont!

Unglaublich, wie viele Leute das Tun Gandhis zu schätzen gewusst haben. Ich spüre und teile ihre Trauer. Ein Schleier von Hilflosigkeit legt sich über die Menge, die ihren geistigen sowie politischen Führer verloren hat.

In den letzten Tagen habe ich mich viel mit diesem Menschen beschäftigt und seine Taten und seinen Glauben zu verstehen gelernt. Auch meine Tränen finden den Weg zu Boden. Die Klagelieder und -schreie drücken schon sehr auf die Tränendrüse.

Was war das für ein Knacken? Noch schnell das Foto schießen von der Menge, bevor der Baum mit diesen überneugierigen Gandhi-Anhängern umfällt…

(Autor: Stefan)

April 24, 2008

Fotos, 24. April

April 24, 2008

Erich Lessing Interview

Die aktuelle Ausgabe der jüdischen Zeitschrift „nu“ widmet ihre Coverstory dem „Jahrhundertfotografen“ Erich Lessing. Auf den Seiten 18 – 26 (!) findet sich ein Interview, das Danielle Spera mit Lessing geführt hat. Absolut lesenswert.

Hier geht’s zur Online-Ausgabe…

 

April 24, 2008

Monologe, Teil 2

Bild: Erich Lessing / Wiener Kinder, Im Wienerwald 1954

Ein schöner Tag im Wienerwald, welch besseres Motiv kann man haben? Der kleine Bub, der dort sitzt, das gibt ein super Bild.

Aber Moment, trinkt er da ein Bier? Er kann nicht älter als 11, 12 sein, warum trinkt er Alkohol? Meine Eltern hätten mich erschlagen, hätte ich in diesem Alter auch nur einen Schluck Bier getrunken! – Wo sind eigentlich seine Eltern? Ist er ganz alleine da? Würde mich interessieren, ob sie wissen, dass ihr Kind hier alleine sitzt und Bier trinkt!? Woher hat der Bub das Getränk eigentlich? Hat er es vom Wirten bekommen? Kann ich mir fast nicht vorstellen, obwohl…

Weshalb sitzt er überhaupt in dieser Gaststätte?  Wieso ist er bei so schönem Wetter nicht am Spielplatz oder mit anderen Kindern unterwegs? Er wird doch wohl nicht von zu Hause abgehauen sein? Sein Blick wirkt so ernst, fast nicht kindlich. Vielleicht hat er große Sorgen, oder er ist genervt von meiner Anwesenheit, will womöglich nicht fotografiert werden! Was soll’s, ich hab meine Bilder und werde ihn wieder in Ruhe lassen! Aber dieser Blick fesselt mich! Weshalb würde ein Kind so einen Blick aufsetzen? Er wird es mir mit Sicherheit nicht verraten, aber ich kann bestimmt nicht aufhören, darüber nachzudenken… (Autorin: Patrizia)

Bild: Werner Bischof / Fototagebuch, Kambodscha 1952

Jetzt, wo die Sonne hinter das große Palmblatt geschlüpft ist, schaff’ ich die Aufnahme ohne grelles Gegenlicht! Ich muss mich beeilen, bevor sie wieder hervorkommt. — Es ist schrecklich heiß. Die Ausrüstung wiegt in dieser Hitze gleich das Doppelte… Ich wär selber gern im Schatten dieses Palmblattes.  – Die Kuh hat mich entdeckt, aber ich bin ihr egal. Hoffentlich macht sie den Bauern nicht auf mich aufmerksam. Die Khmer mögen es hier nicht so gerne, wenn man ihre Gesichter fotografiert. Besser er dreht sich nicht um… — Kühe sind selten hier. Wozu der Bauer sie wohl hat? Zum Arbeiten am Feld taugen Wasserbüffel mehr. — Capa liegt inzwischen am Strand und steckt die Zehen ins Meer. Warum hab ich mich bloß freiwillig gemeldet, hier im Norden des Landes zu fotografieren, wo man nicht einmal baden kann? — Eigentlich wollte ich die Irrawaddy-Süßwasserdelphine knipsen. Aber die sind ja nicht AUFGETAUCHT! Und was hab ich jetzt? Kühe und ihre Hinterteile. Dafür hätte ich gleich in der Schweiz bleiben können… (Autorin: Nicole)