Mai 6, 2008...1:02

Monologe, Teil 4

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Bild:

Erich Lessing / Wiener Kinder im Belvederegarten

 

Spielende Kinder und das Belvedere.

Die Kinder – so jung und klein. Das Belvedere – so mächtig und alt.

Es sind zwei verschiedene Welten – und doch beide hier zusammen – und sonst niemand, niemand außer mir, um solch ein Bild festzuhalten.

Ein friedliches, ruhiges Bild ist es, wie die Kinder hier, ungeachtet des Ortes, im Straßensand spielen. Und dennoch sehen sie aus, als hätten sie genau für dieses Schloss die schönen Kleider aus dem Schrank genommen.

Es ist eine gute Ruhe, die dieses Bild ausstrahlt.

Doch wer weiß, wie lange sie noch anhalten wird; wie lange die Kinder hier noch zum Spielen herkommen werden? Es wird sich ändern – doch ich habe diese Ruhe festgehalten und so bleibt sie zumindest hier auf meinem Bild noch lange bestehen. (Autorin: Anna)

 

Bild: Inge Morath – Mayfair, Curzon Street, London GB 1953

 

Inmitten des hektischen Londons finde ich zwei interessante Menschen. Eine große, feingekleidete Dame und einen deutlich kleineren Straßenmusikanten. Die Klassenunterschiede sind sofort erkennbar. Für mich steht fest, das muss ich fotografieren! Was zuerst wie ein Flirtversuch wirkte, ist eigentlich die Intention des Musikers Geld zu verdienen. Seinen Charme scheint er einsetzen zu wissen. Seine lässige Körperhaltung spricht Bände und die Art Blickkontakt zu halten, imponiert. Immerhin nimmt sich die feine Dame im Pelz auch Zeit für ihn. Seine Größe weiß er gekonnt mit einem hohen Zylinder zu kaschieren, welcher ihm eine gewisse Anmut verleiht. Was ihn jedoch verrät, ist seine Mütze in der rechten Hand, die offensichtlich als Klingelbeutel dient. (Autorin: Julia)

Bild: Ernst Haas / Am Filmset von Land der Pharaonen, Ägypten 1954

 

Ein schlafender Haufen. Nach einem langen Drehtag, voll schwerer Arbeit, in der prallen Sonne Ägyptens.

Teilweise sehr abgemagert und allesamt mit sehr wenig Kleidung ausgestattet.

Sonderlich gemütlich ist es wohl nicht, Kopf an Fuß wie in einer Sardinendose sich zu Erholen. Jeder versucht, so wenig Platz wie möglich einzunehmen um genügend Arbeitern Erholung zu ermöglichen.

 

Die Friedlichkeit dieses Bildes ist irrsinnig aussagekräftig und es ist irgendwie traurig, sich die abgemagerten Körper anzusehen und zu wissen, dass diese Menschen schweren körperlichen Tätigkeiten ausgesetzt sind. Noch dazu bei höchsten Temperaturen und vermutlich viel zu wenig Flüssigkeit.

 

Ich habe dieses Foto gewählt, weil es mich einfach berührt hat und ich mir diese Fotografie von Anfang an am längsten angeschaut habe.

(Autorin: Nina) 

 

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